Mit vollem Einsatz bei der Arbeit – ein Gang über die Alstedder Anlage - SV Blau-Weiß Alstedde Tennis e.V.

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Mit vollem Einsatz bei der Arbeit – ein Gang über die Alstedder Anlage

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Mit vollem Einsatz bei der Arbeit – ein Gang über die Alstedder Anlage

Man war froh, sich mal wieder zu sehen. Hauptsache mal wieder was zu tun. Ist der diesjährige Arbeitseinsatz deshalb so gut besucht? „Nein, denn auch im letzten Jahr waren schon viele helfende Hände mit dabei“, sagt Thorsten, unser Mann der technischen Leitung.
Und wenn man ihn so beobachtet an diesem Samstag merkt man schnell: Er ist in seinem Element. Er hat die Teams im Griff. Er weiß, was wie gemacht werden muss, damit die Anlage wieder auf Vordermann oder Vorderfrau kommt. Gearbeitet wird seit circa zwei Wochen maximal in Zweiergruppen. „Leute ihr wisst doch: Ich finde das auch nicht gut, aber wir müssen uns dran halten. Das nützt alles nichts.“, erklärt Thorsten Jedem, der auf die Anlage kommt und bereit ist anzupacken.
Und keine Frage: Die Leute halten sich dran. Der Eine alleine mit seinem Kärcher und Kopfhörer, die Andere mit Harke und kleiner Schüppe im Beet.
Ab und zu steht man mal in kleinen Grüppchen zusammen. Ganz menschlich. Aber, wenn dann mit Abstand und an der frischen Luft. Das gönnt uns selbst Corona noch.
 
Und der Pandemie zum Trotz: Überall auf der Anlage tut sich etwas. Es wird gesägt, geschüppt und geschruppt. Die Anlage erwacht aus ihrem Winterschlaf. Und auch Siggi kommt hinten aus seinem Kabuff herausgekrochen. Er guckt und sieht nicht richtig: Die Anlage ist voll. Naja nun nicht ganz voll. Eher im Schnitt 12 Leute. Aber es ist Bewegung drin. Und Siggi freut sich, packt mit an. Mit dem Laubbläser, mit der Heckenschere, mit allem, was er hat.
So wie jeder, der in den vergangenen Tagen mitgeholfen hat. Und das nicht nur samstags. „Wir haben da ein bisschen etwas angepasst. Der Arbeitseinsatz muss nicht immer samstags stattfinden. Wenn kleinere Gruppen sich auch unter der Woche zusammenfinden, bitte schön. Hauptsache es wird geholfen“, erklärt Patrick Schneider, der am Wochenende zwar unpässlich war, aber doch irgendwie omnipräsent auf der Anlage ist. Wie es sich eben gehört für einen, der sich für den Dorfverein engagiert.

Engagiert diskutiert wird auch an der Seitenlinie von Platz 2. Über Allwetterplätze und Flutlicht. Über die Möglichkeit, die Saison dadurch zu verlängern. Über den Allwetterplatz in Altlünen und über Nachbarn der Anlage, die die Ausweitung der Spielzeiten eventuell nicht für gut heißen würden. „Wir verändern uns. Das finde ich merkt man. Langsam und Schritt für Schritt, vielleicht auch in diese Richtung“, sagt Thorsten. Und egal, wie dieses Thema weiterläuft. Man fachsimpelt wieder. Man schmiedet wieder Pläne für die Zukunft. Und das ist gut so.

Gefachsimpelt wird auch an der Ecke zu Platz 1. Zwei Männer vom Fach stehen dort. Der eine Elektriker im Ruhestand, der andere von Beruf Werkender bei der Stadt. „Seit wann sind die Lampen am Weg eigentlich schon kaputt?“, fragt der eine. „Bestimmt seit 3 Jahren, deshalb sind die ja so häufig da in Graben gefahren die Hafensänger“, kommt Siggi mit einer Leiter auf der Schulter vorbei. Man lacht. Vielleicht sogar über sich selbst, in der Erinnerung an ein haariges Fahrradmanöver. Was waren das für Zeiten.

Es ist 14:30 Uhr. Der ein oder andere hat sich bereits abgemeldet. Ein paar stehen noch zusammen. Mit Abstand. „Und wer ist nächste Woche alles am Start?“, fragt einer der Anwesenden in die Runde. Thorsten zückt sein Handy, öffnet seine Notizen und liest die Namen vor. Am Ende bilanziert er: „Also wieder viele dabei. Die brauchen wir aber auch. Nächste Woche soll die Bandenwerbung dran. Und die Bänke müssen abgekärchert werden und auf die Plätze.“ Und dann sagt er etwas, was ein Lächeln in die Runde zaubert: „In zwei Wochen will ich aufmachen. Am ersten Aprilwochenende.“ Man ist sich einig: Ein genialer Plan! Doch was nutzt in dieser Zeit schon ein Plan? Vielleicht macht uns der Lockdown oder Lauterbach nach 3 Schnaps und einer Pressekonferenz auch noch einen Strich durch die Rechnung. Aber so oder so: Die Anlage wäre bereit. Die Alstedder wären bereit.
Und als einer der Letzten die Anlage verlässt, ruft Thorsten: „Timo komm eben her und trag dich noch aus. Und denk dran: gibt nur halbe oder volle Stunden.“ Schön. Dorfleben. Vereinsarbeit. Feierabend.

Text: Michael Gössing – mgmedia.blog
Fotos: Andreas Friedrich – af.photo_ig
 
 
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